Wahlpflichtdifferenzierung in der Realschule

Runderlass des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur
vom 20. Februar 2001 – III 41 – 320.8001 ( NBI. MBWFK. Schl.-H. 2001 S.190)

Aufgrund des § 121 Abs. 4 des Schulgesetzes (SchulG) wird bestimmt:

1. Ziel der Wahlpflichtkurse
Die Wahlpflichtdifferenzierung gilt für die Klassenstufen 9 und 10. Ziel der Wahlpflichtkurse ist die Vertiefung, Verknüpfung und Erweiterung von Themen, die in den Lehrplänen vorgesehen sind.

2. Grundsätze zur Struktur der Kurse
2.1 Die Wahlpflichtkurse werden themenzentriert, fächerübergreifend und projektorientiert gestaltet. Ihre Themen sind so zu wählen, dass der unterrichtsleitende Schwerpunkt in einem der in 3.1 genannten Lernbereiche liegt. Wahlpflichtkurse mit einem unterrichtsleitenden Schwerpunkt in Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport sind nicht zugelassen. Teamarbeit der Lehrkräfte ist ausdrücklich erwünscht.

2.2 In der zweiten Fremdsprache können die Kurse auch in Form eines Fachkurses erteilt werden.

3. Angebot der Schule
3.1 Das Angebot in der zweiten Fremdsprache ist verbindlich. Darüber hinaus bieten die Schulen Kurse an, die den folgenden Lernbereichen zuzuordnen sind (Lernbereichskurse):
• Naturwissenschaften (NW)
• Gesellschaftswissenschaften (GW)
• Arbeit/Wirtschaft/Technik (AWT)
• Ästhetische Bildung (ÄB)

3.2 Über das Kursangebot entscheidet die Schule auf Grund der örtlichen Gegebenheiten. Lernbereichskurse werden jahrgangsübergreifend oder auch jahrgangsbezogen angeboten.

3.3 Die Kurse werden unter Angabe der Lernbereiche mit den Themen, der Zielsetzung und den Bewertungskriterien am Ende der Klassenstufe 8 und 9 vorgestellt.

4. Beteiligung der Schülerinnen und Schüler
4.1 Die Schülerinnen und Schüler wählen ihre Kurse aus dem Bereich der zweiten Fremdsprache und einem Lernbereich oder aus mindestens zwei Lernbereichen.

4.2 Nach der Wahl sollen die Schülerinnen und Schüler im Blick auf die Stärkung selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens die Möglichkeit erhalten, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, die ihren besonderen Lerninteressen entsprechen.

5. Dauer der Kurse
Der Kurs in der zweiten Fremdsprache wird in der Regel vierstündig für zwei Schuljahre angeboten. Die übrigen Kurse können zwei- und vierstündig und für die Dauer von einem oder zwei Jahren angeboten werden.

6. Kurswechsel
6.1 Ein Kurswechsel nach einem Jahr ist grundsätzlich möglich.

6.2 Ein Wechsel in den Kurs der zweiten Fremdsprache ist in der Regel nicht möglich.

7. Benotung
Bewertung und Benotung richten sich nach den Vorgaben in den Lehrplänen und der Zeugnisordnung. Vierstündige Kurse gehören zur Fächergruppe A, zweistündige zur Fächergruppe B. Die Schülerinnen und Schüler erhalten pro Kurs eine Note. Alle Noten sind versetzungsrelevant.

8. Bezeichnung der Kurse in den Zeugnissen
Im Zeugnis werden die unter 3.1 genannten Lernbereiche und das Thema bzw. die Bezeichnung der zweiten Fremdsprache angegeben. Auf Wunsch der Schülerin oder des Schülers sind dem Zeugnis nähere Erläuterungen zu Zielsetzung, Thema und Inhalten der Kurse als Anlage beizufügen.

9. Inkrafttreten
Dieser Erlass tritt am 1. August 2001 in Kraft. Gleichzeitig wird der Erlass über die Erprobung „Neugestaltung der Wahlpflichtkurse der Realschule“ vom 27. Februar 1995 (NBI. MWFK/MFBWS. Schl.-H. S. 72) aufgehoben.

(Quelle: http://www.schooloffice-sh.de/texte/r/realschulordnung)