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Konzept des DaZ-Zentrums der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek
1. Zielsetzung
Das DaZ-Konzept der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek orientiert sich am schleswig-holsteinischen Konzept der durchgängigen Sprachbildung für SchülerInnen nichtdeutscher Herkunftssprache (siehe Handreichung „Deutsch als Zweitsprache“ IQSH).
Unser Ziel ist es, durch Abbau der sprachlichen Barrieren den SchülerInnen mit nichtdeutscher Herkunftssprache optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht aller Schulstufen und aller Fächer zu schaffen. Dabei wird die Vielfalt der SchülerInnen und ihre Hintergründe beachtet und wertgeschätzt sowie als Bereicherung der Schulgemeinschaft wahrgenommen (siehe Pädagogisches Konzept).
2. Bedarfsermittlung und Organisation
2.2.1. Die Lernvoraussetzungen der SchülerInnen nichtdeutscher Herkunftssprache (DaZSchülerInnen)
sind äußerst unterschiedlich und hängen von mehreren Faktoren ab:
- Aufenthaltsdauer in Deutschland;
- National- und Sprachzugehörigkeit;
- familiärer Hintergrund;
- individuelle Eigenschaften und Motivation;
- Häufigkeit des Kontakts mit der deutschen Sprache vor Eintritt in die Eingangsstufe.
Diese Voraussetzungen werden bei der Planung der Sprachfördermaßnahmen individuell berücksichtigt.
Da eine Angleichung in der Sprachentwicklung von DaZ-SchülerInnen durchaus mehrere Jahre dauern kann, wird eine langfristige und systematische Sprachförderung in allen Unterrichtsfächern angestrebt. Um sie zu gewährleisten, ist die Ermittlung des Sprachstandes des Schülers notwendig.
2.2.2. Die Sprachstandsermittlung kann anhand der Informationen der jeweiligen Kindertageseinrichtung (Schulanfänger), des Anmeldungsgesprächs, der Meldung des Klassen- oder Deutschlehrers oder über ein Testverfahren erfolgen. Die Schüler mit Sprachdefiziten werden einer der folgenden Stufen zugeordnet
- Basisstufe (keine oder sehr geringe Deutschkenntnisse),
- Aufbaustufe (Verständigung möglich; erhebliche Defizite in der Beherrschung des Wortschatzes und der Grammatik),
- Integrationsstufe (Alltags- und Kommunikationssprache beherrscht; Defizite in der Bildungssprache) und der entsprechenden Lerngruppe zugewiesen.
2.2.3. Organisation der Lerngruppen
Den Schülern der Basisstufe wird ein Vollzeitdeutschkurs an dem zuständigen DaZ-Zentrum angeboten (siehe Punkt 4).
Die Anzahl der Stunden in der Aufbau- und Integrationsstufe variiert je nach Stundenplankapazitäten von 1 bis 5 Stunden wöchentlich. Die Gruppen werden klassen- ggf. auch jahrgangsübergreifend zusammengestellt. Der Unterricht findet parallel oder zusätzlich zum Regelunterricht statt.
Die DaZ-Lehrkräfte befinden durch eine fortlaufende Diagnose (siehe Niveaubeschreibungen.
Handreichung DaZ) und Absprachen mit den Lehrkräften über weitere Maßnahmen und dokumentieren den Sprachentwicklungsprozess (Sprachportfolio).
Damit die Förderung in allen Fächern erfolgen kann, findet eine Verzahnung des Regelunterrichts mit dem DaZ-Unterricht statt. Die DaZ-Lehrkräfte stehen diesbezüglich im engen Kontakt mit den Fachkollegen.
Die Teilnahme am DaZ-Förderunterricht ist verpflichtend und wird im Zeugnis vermerkt.
2.2.4. Personelle Voraussetzungen
Die DaZ-Lehrkräfte begleiten und fördern den Sprachbildungsprozess, wobei die Zuständigkeit für die DaZ-SchülerInnen in der Hand einer DaZ-Lehrkraft liegt. Zu den Aufgaben der DaZ-Lehrkräfte gehören:
- Ermittlung des Sprachstandes;
- Organisation und ggf. Durchführung des DaZ-Unterrichts ;
- Regelmäßige Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen der IQSH (Landesfachtag DaZ, DaZ AG Herzogtum Lauenburg), sowie
- Weitergabe der Informationen an das Kollegium;
- Unterstützung der Fachkollegen (als Doppelbesetzung oder bei der Planung des sprachsensiblen Unterrichts);
- Aufnahme und Pflege der Kontakte zu den Netzwerkpartnern;
- Elterngespräche (Beratung, Gespräche über individuelle Fortschritte und Probleme der DaZ-SchülerInnen);
- Einbindung der Eltern in die schulische Arbeit und Unterstützung bei Verständigungsschwierigkeiten (z.B. Vermittlung der Übersetzer, Zusammenstellen der Elternbriefvorlagen in verschiedenen Sprachen).
Die DaZ-Förderung wird von einer dafür vorgesehenen Lehrkraft koordiniert. Die Inanspruchnahme der DaZ-Stunden als Vertretungsstunden soll vermieden werden.
2.2.5. Räumlichkeiten
Der DaZ-Unterricht findet in der Regel in dem dafür eingerichteten und von den DaZ-Schülern mitgestalteten DaZ-Raum statt. Der Raum ist vernetzt, ausgestattet mit dem notwendigen Lernmaterial und bietet genug Platz für individuelle Arbeit und Arbeit in Kleingruppen.
2.2.6. Lernmaterial
Das Lernmaterial wird laufend gesichtet, ergänzt und in dem DaZ-Raum aufbewahrt.
Die Grundlage bilden die Lernszenarien und die DaZ-Koffer für die Primar- und für die Sekundarstufe (Finken Verlag). Außerdem verfügt das DaZ-Zentrum über zahlreiche Kommunikations- und Lernspiele, Lehr- und Wörterbücher, Anschauungsmaterial (Bildkarten, Poster) und selbst erstellte Arbeitsbögen.
3. Bereiche der sprachlichen Förderung
3.1. Folgende Kompetenzen sind für den erfolgreichen Zweitspracherwerb entscheidend:
| Rezeptiv | Produktiv | Interaktiv | Metakognitiv | |
| Mündlich realisierte Sprache | Hörverstehen | Sprechen | sprachlich interagieren | Sprache reflektieren |
| Schriftlich realisierte Sprache | Leseverstehen | Schreiben |
(Nach: Heidi Rösch, u.a.:Deutsch als Zweitsprache. Sprachförderung in der Sekundarstufe 1. Braunschweig 2005)
Die Sprachkompetenzen der DaZ-SchülerInnen werden in Anlehnung an die curricularen Grundlagen (siehe Handreichung DaZ) durch gezielte Maßnahmen in den u.g. Lernbereichen gefördert:
- Auf- und Ausbau des Wortschatzes;
- Erwerb und Bewusstmachung grammatischer Strukturen;
- Förderung der mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeit;
- Erweiterung der Lesekompetenz;
- Vermittlung der Bildungssprache und Entwicklung der Lernstrategien;
3.2. Pädagogische Ziele:
- zum Sprachlernen motivieren;
- individuelles Lernen ermöglichen;
- Anlässe zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation schaffen;
- interkulturelle Inhalte einbeziehen und das Selbstwertgefühl der DaZ-SchülerInnen stärken;
- die Lernenden zur Reflexion über ihre individuelle Sprachentwicklung befähigen;
- Mut machen, Probleme anzugehen, Fragen zu stellen und sich am Unterricht zu beteiligen.
3.3 . Empfehlungen zu individuellen Maßnahmen im Sinne des Nachteilsausgleichs von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache (gilt für alle Lehrkräfte)
Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der durchgängigen Sprachbildung sind das bewusste Wahrnehmen der DaZ-SchülerInnen in jedem Fachunterricht und das Beachten der Forderung: jeder
Fachunterricht ist Sprachunterricht. Folgende Maßnahmen tragen dazu bei:
- sprachsensible Gestaltung des Fachunterrichts (z.B. langsamer und weniger komplex sprechen, Texte vereinfachen, Themen visualisieren, Wortschatzarbeit integrieren);
- individuelle Leistungsbeurteilung;
- Erlaubnis und Ermutigung zum Benutzen von Hilfsmitteln und eigenen Strategien;
- bei Lernkontrollen: Sicherstellen durch Hefteintrag, Tafelanschrieb oder Nachfragen, dass eine Lernkontrolle/Klassenarbeit bevorsteht; Verlängerung der Bearbeitungszeit; Hilfestellung, wenn möglich durch eine weitere Lehrkraft (DaZ-Lehrkraft).
- Unterstützung des natürlichen Fragebedürfnisses der Lernenden;
- Austausch- , Beratungs- und Koordinierungsgespräche mit anderen Lehrern;
- Zulassen von Gesprächen über Unterrichtsinhalte, bedingt auch in der Muttersprache der DaZ-SchülerInnen.
4. Zusammenarbeit zwischen den DaZ-Zentren Schwarzenbeks und den außerschulischen Partnern
Zum Netzwerk gehören:
- Grund- und Regionalschule Nord-Ost Schwarzenbek
- Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek
- Grundschule Kuddewörde
- Förderzentrum Centa-Wulf
- Gymnasium Schwarzenbek
Besonders im Bezug auf die Organisation der Basiskurse erfolgt die Zusammenarbeit über enge Absprachen
der zuständigen DaZ-Lehrkräfte bzw. Schulleitungen. Grundsätzlich wurden folgende Zuständigkeiten
festgelegt:
DaZ-Zentrum an der Grund- und Regionalschule Nord-Ost – Basiskurse in der Primarstufe;
DaZ-Zentrum an der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek – Basiskurse in der Sekundarstufe 1.
Stand: April 2011
Das Konzept des DaZ-Zentrums der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek steht Ihnen auch als Download (PDF) zur Verfügung.
